Das Programm des Flensburger Kurzfilmstreifzugs 2026 steht fest!
35 Spielstätten, zwei Specials und das große Open-Air-Kino am Südermarkt. Zwischen Filmklassikern von Abbas Kiarostami oder Agnès Varda – bewegen wir uns vom Sudan bis nach Uruguay – treffen auf ganz aktuelle Filme, Animationen für Kinder und lokale Filmschaffende.
Der Kurzfilmstreifzug verschafft auch in diesem Jahr wieder Zutritt zu Orten, die überraschen und sonst nicht sichtbar sind. So zeigen wir im Turm der Nikolaikirche A Camel von Ibrahim Shaddad auf einer Leinwand, die mit meterlangen Seilen in den Höhen des Turms befestigt ist. Agnès Varda trifft im gleichnamigen Film ihren Oncle Yanco in seinem widerständigen Hausboot, während Zuschauende in der Museumswerft zwischen Schiffsrümpfen verweilen können. Das Boutiquehotel Petuh hat ein Zimmer für den Kurzfilmstreifzug reserviert – hier kann vom Hotelbett aus Chantal Akermans Portrait d’une parasseuse über das Faulenzen entdeckt werden.
Einige Spielstätten sind in diesem Jahr auch zum ersten Mal dabei, etwa momo naturbutik, wo auf der versteckten, erweiterten Ebene ein Dokumentarfilm über Spargel zu sehen sein wird. Ebenfalls in der Norderstraße öffnet die Senffabrik, ein selbstorganisiertes Wohnprojekt, die Türen und zeigt mit Mietersolidarität einen zeitlos aktuellen Film zum Thema Zwangsräumung. Um Missstände geht es auch in CamperForce, wo US-amerikanische Renter·innen von Amazon für Saisonarbeit angeworben werden – zu sehen beim DGB im Gewerkschaftshaus. Auch junge dänische Filmschaffende sind vertreten: Star-Schauspieler Jens Albinus ist als Trauerarbeit leistender Vater im Schrangen zu sehen. Mit En anden uden mig von Emilie Fabricius Hacke läuft in der Dänischen Bibliothek die Fortsetzung des Publikumslieblings aus dem Vorjahr. Der Flensburger Filmemacher Klaus Hoefs ist bekannt für seine charmanten Animationsfilme – da auch Ferien im Arbeitsleben nicht fehlen dürfen, wird es ein Wiedersehen mit seinem Film Oschtsee geben.
Filmvielfalt auf dem Südermarkt und weitere Highlights
Nicht nur durch das traditionelle Open-Air-Kino am Samstagabend wird der Südermarkt zum zentralen Anlaufpunkt für Kurzfilme. Auch das micro kino, der Campinganhänger, welcher zum Kinosaal umfunktioniert wurde, wird vor Ort sein. Eine dffb-Produktion Goldfische mögen kein Gebrüll von Antonia Walther wird mit dem Filmteam präsentiert. Verantwortung für die Bildgestaltung übernahm der lokal ansässige Lukas Eylandt.
Der Kinoabend unter freiem Abend findet in diesem Jahr in Kooperation mit dem Forum Südermarkt Plus und dem blauen kaninchen – dem aktuell entstehenden Begegnungsort unter der Plattform – statt.
Filmemacherin Lenia Friedrich stellt ihren Animadok So ist das Leben und nicht anders vor. Ein Abend, der über Bewegungen im Tanz nachdenkt, aber auch über Individualität und die Relevanz von Gemeinschaft nachdenkt.
Mobile Projektionen: Bilder in Bewegung
Etwa 60 Studierende der Hochschule Flensburg haben im Rahmen eines Seminars einen Filmspaziergang geplant und kuratiert, der am Freitagabend, den 12. Juni um 22 Uhr, mit einer bunten Animation auf einer Brunnenwand beginnt. Auf einem Parkdeck mit Blick über Flensburger Dächer folgt Abbas Kiarostamis Solution No. 1, in dem deutlich wird, was noch immer aktuell ist: etwas wagen, statt zu warten. Eine Produktion der hiesigen Hochschule Der Moment mal(t) anders über die Flensburger Katzenmalerin N.M., wird in der Norderstraße direkt neben einer von ihr gemalten Katze gezeigt. Anschließend spüren wir auf der Dachterasse der Flüchtlingshilfe mit Alex Gerbaulet und Mareike Bernien den Tatorten der NSU-Morde in Nürnberg nach. Den Abschluss machen zwei besondere Projektionen an der Museumswerft: Zum einen wird Eat My Dream, mit einem kritischen Blick auf die Fischverarbeitung, auf das Segel des Traditionsschiffes Ryvar projiziert, zum anderen laufen wir gemeinsam mit einer schwimmenden Projektion an der Kaimauer entlang.