Direkt zum Inhalt

Der diesjährige Querkopfpreis der Brücke e.V. geht an den Kurzfilm

Detlev von Ferdinand Ehrhardt

Herzlichen Glückwunsch!

Ehrhardt schafft in unseren Augen eine sehr gelungene Darstellung von Einsamkeit und hat uns mit seiner Hauptfigur Detlev sehr berührt. Der Film schafft es, dass Zuschauende sich in eine animierte Figur einfühlen können oder sogar mit ihr identifizieren und wirklich jede*r eine Ahnung bekommt, was Einsamkeit bedeuten kann. In diesem Zusammenhang möchten wir gerne erwähnen, dass eine Metaanalyse ergeben hat, dass fehlende positive Interaktionen, Tabakkonsum, Übergewicht und exzessiver Alkoholkonsum einen gleich starken Effekt auf das Sterblichkeitsrisiko haben. Und nach Schauen dieses Films, der uns in den Bann gezogen hat, glaubt man das sofort. Tiefe Einsamkeit ist ein Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Erkrankungen oder auch eine Folge dessen – entweder durch krankheitsbedingten sozialen Rückzug oder (Selbst-)stigma.

So intensiv die Einsamkeit und Scham darüber im Film dargestellt ist, so wichtig ist auch die Message am Ende, die bei der Gruppe und uns so angekommen ist: Einsamkeit kann man Menschen genauso wenig ansehen wie eine psychische Erkrankung. Auch Menschen, von denen wir dies gar nicht erwarten, können darunter leiden. Sich zu öffnen und mitzuteilen, sich auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen kann Erleichterung bringen. Reden hilft. Hoffentlich wird es immer „normaler“, auch diese Themen zu besprechen – immerhin hat der Film Detlev schon mal dafür gesorgt, dass wir hier heute darüber sprechen. Danke dafür und herzlichen Glückwunsch an Ferdinand Ehrhardt.