A Night of Knowing Nothing
Am 26. März wir A Night of Knowing Nothing (Regie: Payal Kapadia) ab 19 Uhr in der Theaterwerkstatt Pilkentafel. Der Eintritt ist frei.
FR/IN | 2021 | Dokumentarische Form | 97’ | OmeU
Am Film and Television Institute of India wird eine Box mit Briefen gefunden. Unterzeichnet von »L« und adressiert an ihren heimlichen Geliebten, geben sie Zeugnis von der Unmöglichkeit einer kastenübergreifenden Liebe und den Protesten der Studierenden gegen die hindu-nationalistische BJP.
Wie im Traum erscheinen die 16-mm-Bilder in Schwarz-Weiß zu den vorgelesenen fiktiven Briefen. Ausgelassenen Tanzszenen folgen nach und nach Bilder von Streiks und Protesten, denen mit wachsender Gewalt begegnet wird. Die Freiheit der Studierenden prallt auf die zunehmende Diskriminierung von Frauen, Muslim*innen, Dalit und kritischen Journalist*innen.
Tanzen, Lieben, Demonstrieren und Diskutieren als Möglichkeiten des Protests durchziehen Payal Kapadias Debüt und erhellen die von Traurigkeit durchtränkten Bilder. Die Fragen danach, was und wie erinnert wird und welche Rolle Hochschulen in Zeiten steigender gesellschaftlicher Spaltung und zunehmender Vereinfachung haben, verweisen dabei immer wieder weit über den nationalen Kontext Indiens hinaus.
Dieser Film wird im Rahmen von gesprächs:bedarf, einer wiederkehrenden Reihe im Jahresprogramm von filmkorte e.V., gemeinsam mit Studierenden aus Flensburg gezeigt. Im Anschluss an den Film wird es ein moderiertes Gespräch geben.
Payal Kapadia (*1986) hat selbst am Film and Television Institute of India (FTII) in Pune studiert. Ihre Kurzfilme liefen auf zahlreichen Filmfestivals, unter anderem in Cannes und auf der Berlinale. A Night of Knowing Nothing ist Kapadias erster Langfilm. Er wurde 2021 in Cannes mit dem Œil d’or für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.